El Anatsui

 STANDBILD 


 

Die Aus­stel­lung in Mün­chens Haus der Kunst und die »Gol­den Bar« waren den Besuch wert. Frei­lich das »Manu­fak­to­ri­sche« und die Dimen­si­on der Arte­fak­te machen nicht die gros­se Aus­sa­ge die­ser Aus­stel­lung des bekann­tes­ten Künst­lers des afri­ka­ni­schen Kon­ti­nents. Ich habe neben dem Gefühl einen Freund im Geis­te gefun­den zu haben, einen Satz von Anat­sui mit genom­men: »Künst­ler soll­ten mit den Din­gen arbei­ten, von denen sie ohne­hin umge­ben sind.«

Auch die Aus­stel­lungs­ma­cher zei­gen Sach­ver­sand indem sie vie­le Sei­ten in Skiz­zen­bü­chern zei­gen und klei­ne­re Arbei­ten auf „augen­hö­he“ neben den gigan­ti­schen musemsWer­ken Anat­su­is zei­gen.

AD, MUENCHEN 03/2019

 

Ein gute Sache

 KURTS KOLUMNE 

Vie­le Din­ge wer­den schlech­ter oder ver­lie­ren gänz­lich ihren Sinn über­trägt »Man oder Frau« sie in die vir­tu­el­le Welt. Dazu gehö­ren Strei­chel­ein­hei­ten, Essen oder Putz­tipps. Wenig Scha­den neh­men dafür all die geis­ti­gen Sachen wie For­meln, Rezep­te, Roma­ne, Fotos oder Gemäl­de, im Gegen­teil, hier tut sich eine Mög­lich­keit für all die Zeit­ge­nos­sen auf, die weder Money noch Bock auf Gale­ris­ten, Ver­le­ger oder Fern­seh­kö­che haben. Jo.

Wer freut sich schon über ein­ge­trock­ne­te Far­ben, abge­ar­bei­te­te Pin­sel und ver­kle­cker­tes Par­kett. Auch stets stump­fe Schnei­de­werk­zeu­ge und ein­ge­klemm­te Fin­ger gehö­ren seit­dem die taug­li­chen Werk­zeu­ge auch bei OS  & Co lau­fen der ana­lo­gen Ver­gan­gen­heit an. Spei­cher sind sicher und fast kos­ten­frei und da es kein Schei­tern auf Grund man­geln­der Erfah­rung im Hand­werk gibt, die tage­lan­ge Arbeit in einem Wim­pern­schlag in Schrott ver­wan­delt, bleibt die inves­tier­te Zeit für brauch­ba­re tech­ni­sche Lösun­gen meißt über­schau­bar. Schei­tern geht heu­te anders:

»Ein­fach so lan­ge stu­die­ren und pro­bie­ren bis es geht«, und dann geht es auch. In tech­ni­scher Hin­sicht. Und gut ist, das Schei­tern heu­te für mich an einer inhalt­lich-for­mal-xxx-Kom­po­nen­te fest zu machen ist. Wen inter­es­siert schon Erfolg. Was soll das über­haupt sein? Schei­tern geht heu­te nur noch über eine uncoo­le Behaup­tung. Zum Bei­spiel: »Wir sind wir, — und Du bist nicht von hier.«

Neue mensch­li­che Nie­de­run­gen und gar Sucht­for­men gibt es frei­lich auch, – weil das so schön und ange­nehm ist sei­ne Zeit zu ver­dad­deln im Nichts und Nie­mals. Wer aber die neu­en Medi­en nut­zen kann, wie einen Blei­stift und damit nicht nur stän­dig im Ohr pult oder dar­auf rum­kaut, für den ist das frei­lich eine gute Sache.

KURT SEMPER, LOH 03/2019

Lonley planet

 STANDBILD 


Wer sei­ne Kunst zu hart instru­men­ta­li­siert, auf der Suche nach Aner­ken­nung und Erfolg sich gemein macht mit Publi­kum und Kri­ti­kern, der hat die Sache  gründ­lich ver­geigt. Popu­lis­mus und Auf­merk­sam­keit haschen sind weder in der Poli­tik noch beim Jour­na­lis­mus das rich­ti­ge Kon­zept für krea­ti­ve und inspi­rie­ren­de Impul­se für eine bes­se­re Welt.

Wes­halb soll­te es dann für Kunst­schaf­fen­de ein pro­ba­tes Mit­tel sein? Eher ist doch eine unver­hoh­le­ne Zustim­mung ein Anhalts­punkt dafür, das da etwas schief läuft. Zu viel Erfolg ein siche­rer Indi­ka­tor für Mit­tel­maß. Also Freun­de, irren wir wei­ter durch die unend­li­chen Wei­ten des Vor­stell­ba­ren auf der Suche nach dem, was bil­de­ne Kunst heu­te sein kann. Für mich, so viel kann ich schon sagen, wur­de es ein abwechs­lungs­rei­cher und inter­es­san­ter Weg, der mir immer wie­der die Per­spek­ti­ve von Außen gebo­ten hat.

Kurt Sem­per,  im Janu­ar 2019

Der Blick von Aussen

Blick nach Süd­süd­ost, im Vor­der­grund die Alpen.

 STANDBILD 


Heu­te ist der den Blick aus der ISS auf unse­ren Pla­ne­ten das, was in den frü­hen Jahr­tau­sen­den der Mensch­heits­ge­schich­te der Blick in eine Pfüt­ze war: Eine astra­le Erfah­rung und Hin­weis auf eine mög­li­che Iden­ti­tät die natio­na­le, kul­tu­rel­le, öko­no­mi­sche und eth­ni­sche Gren­zen über­win­det.

Die ISS-App gibt es kos­ten­frei im Appsto­re…